Oregano: Mehr als nur ein Pizzagewürz 1

Oregano: Mehr als nur ein Pizzagewürz

Für die meisten Menschen ist das erste, was ihnen in den Sinn kommt, wenn sie an Oregano denken, ein Gewürz, dass Pizza, Pasta und vielen anderen italienischen Gerichten einen köstlichen Geschmack und das typisch italienische Aroma verleiht. Gehörst du auch dazu?

Dann hast du zwar nicht unrecht, aber dieses duftende Kraut hat noch viel mehr zu bieten als seine Verwendung als kulinarisches Gewürz. Klar hat es seinen Platz auf Pizza, in Grill-Rubs, Salatmarinaden und Saucen, aber Oregano ist noch vielseitiger: Seit Tausenden von Jahren verwenden die Menschen dieses Minze-Gewächs auch als Medizin und sogar in religiösen Riten.

oregano auf pizza

 

Die Geschichte des Oregano


Ursprünglich im Mittelmeerraum und Westasien beheimatet geht die Verwendung von Oregano bis zu den alten Griechen zurück. Sein Name stammt von den griechischen Wörtern oros für Berg und ganos für Freude – oder Freude des Berges. Die Griechen verwendeten (und verwenden) das Kraut als unverzichtbares Gewürz in vielen Gerichten wie Eintöpfen, Suppen, Salaten und Marinaden.

Die Legende besagt, dass Aristoteles das Kraut bei Schlangenbissen anwendete, da er bemerkte, dass Schildkröten, wenn sie Schlangen fraßen, direkt danach die Blätte fraßen. Hippokrates, eine andere historische Figur und bekannt als der Vater der westlichen Medizin benutzte Oregano regelmäßig, um sich gegen Magen-Darm- und Atemwegsbeschwerden zu schützen, sowie wegen seiner starken antiseptischen Eigenschaften.

Interessanterweise verwendeten die alten Griechen und Römer Oregano zeremoniell sowohl bei Hochzeiten als auch bei Beerdigungen. Das Hochzeitspaar wurde mit Lorbeeren oder Oregano geschmückt, um lange Jahre der Liebe und des Glücks zu schenken, während Gräber mit dem Kraut bepflanzt wurden, um den Verstorbenen zu helfen, im nächsten Leben Frieden und Ruhe zu finden. Im Mittelalter wurde Oregano um Häuser gepflanzt, um sie vor dem Bösen zu schützen, und die Blätter wurden als Glücksbringer getragen oder in Zaubersprüchen verwendet, in der Hoffnung, Frieden und Glück zu erreichen.

 

Und heute?

Es gibt unzählige wissenschaftliche Untersuchungen über den medizinischen Einsatz von Oregano. Viele dieser Studien haben seine Wirkung auf die Zerstörung oder Hemmung von Mikroorganismen gezeigt. Auch seine antimikrobiellen Eigenschaften konnten nachgewiesen werden. Es hat sich gezeigt, dass Oregano ein gesundes Gleichgewicht im Darm und bietet eine natürliche Quelle für Antioxidantien.

 

Oregano in der Küche

Obwohl Oregano generell als winterhartes Kraut angesehen wird (ähnlich wie Rosmarin und Thymian), liegt er irgendwo zwischen winterhart und zart: Seine Stängel sind dick genug, damit die einzelnen Zweige beim Kochen zusammenhalten, sogar durch langes Schmoren. Wo Koriander, Dill oder Basilikum braun werden und zu einem schrumpeligen Nichts verwelken, wenn sie zu stark erhitzt werden, behält Oregano seine Form. Und gleichzeitig sind die Blätter sind zwar eher gehaltvoll als seidig, aber immer noch zart genug, dass sich das Essen nicht wie eine unangenehme Kauübung anfühlt. Das ist anders als bei Rosmarin oder Salbei, die ohne etwas Hitze aus dem Ofen oder dem Herd oder einem wirklich, wirklich feinen Hacken ziemlich unangenehm sind.

oregano auf steak

Auch der Geschmack von Oregano spielt in zwei Lagern gleichzeitig: Die frischen Blätter sind pfeffrig und hocharomatisch – manchmal sogar bitter oder adstringierend. Sie verfeinern alles, worüber sie gestreut werden, sei es ein pikanter Melonensalat oder ein Stück Fisch – und ein wenig davon reicht schon aus! Aber wenn er gekocht wird, wird er im Geschmack milder – so, dass er erdig, aber nicht holzig ist. Es ist kräftig genug, um sich in Gerichten mit kräftigen Aromen zu behaupten, wie rauchiges Grillhähnchen oder auch gefüllte Paprika.

Du kannst auch einfach mit die Verwendung von beidem variieren: Wenn du ein Rezept siehst, in dem getrockneter Oregano verwendet wird, kannst du es stattdessen einfach mal mit ein paar frischen Blättern versuchen! In einem griechischen Salat? Köstlich! Gehackt mit der Petersilie als Garnitur auf Pulled Pork? Warum nicht! Gemischt in dieses klassische italienische Dressing? Unbedingt! Aber denk daran, dass die frischen Blätter viel stärker sind als die getrockneten, also erstmal vorsichtig dosieren. wink