Koriandersamen oder -blätter? Das ist hier die Frage! 1

Koriandersamen oder -blätter? Das ist hier die Frage!

Ob Koriander einen seifigen Geschmack hat oder nicht … alles eine Sache der Gene! Professor 7SPICES im Interview mit Vorarlberg Heute.

 


 

„Herr Professor, woran liegt es, dass die Hälfte der Menschheit die würzige Frische der Korianderblätter liebt und nicht genug von ihnen bekommen kann und die andere Hälfte den Geschmack als seifig empfindet?“

 

„Das ist ganz einfach, denn die Abneigung gegen Korianderblätter liegt nicht am persönlichen Geschmack, sondern wissenschaftlichen Studien zufolge allein an einem bestimmten Gen.“

 

„Das ist ja sehr interessant. Also, liebe Zuschauer, Sie sehen: Mit Ihnen und Ihrem Geschmackssinn ist alles in Ordnung! Vielen Dank, Herr Professor 7SPICES für die kleine Audienz, die Sie uns gewährt haben.“

 

„Ich bedanke mich auch! Und, ähm, unter uns gesagt … dass manche nicht genug von diesen Korianderblättern bekommen können, wundert mich gar nicht … Ab einer bestimmten Menge wirken die Blätter nämlich berauschend!!! Hihihi, Sie verstehen, worauf ich hinaus will? Hihihi … Mein Gott, sehen Sie auch diese Discolichter an der Decke?!“

 

Ähm, ja … äh … vielen Dank, Herr Professor … und … ähm … zurück ins Studio!“

 



Der Geschmack macht den Unterschied!

 

Wenn wir also über den Unterschied zwischen den Samen und Blättern reden wollen, dann fangen wir doch mit dem Geschmack an.

 

Die Koriandersamen schmecken leicht zitrusartig und besitzen eine herbe Frische, wohingegen die Blätter würzig und leicht scharf sind – geschmacklich ist das Kraut mit der Saat also nicht zu verwechseln.

 

Koriander, der seinen Ursprung in Südeuropa und dem östlichen Mittelmeer hat, wird aber aufgrund seines Aussehens häufig mit der (Blatt-)Petersilie verwechselt. Diese jedoch stammt aus einem anderen Teil der Erde, nämlich aus Westasien. Und auch geschmacklich sind sie gut zu unterscheiden, da Petersilie einen eher milden Geschmack mit einer leichten Grasnote aufweist. Nichtsdestotrotz wird Koriander oft als arabische oder asiatische Petersilie bezeichnet.

 

Und dann gibt es auch noch den vietnamesischen Koriander, der in Vietnam und Malaysia oft bei Verdauungsbeschwerden und bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Mit dem Echten Koriander ist er aber nicht verwandt.

 

Wann nehme ich Samen und wann getrocknete Blätter?

 

koriandersamen

 

Koriander ist, wenn es ums Kochen geht, ein wahres Multitalent – sowohl die Blätter als auch die Samen dieser Pflanze können dabei eingesetzt werden!

 

Koriandersaat wird in ganzer, bereits gemahlener oder frisch gemörserter Form für Weihnachtsgebäck, Brot und aromatische Currys verwendet. Wenn du dabei einen intensiveren Geschmack möchtest, röstest du die Samen vorher einfach in etwas Öl an – keine Sorge, sie können große Hitze gut vertragen.

 

Korianderblätter hingegen finden ihre Verwendung hauptsächlich in asiatischen und lateinamerikanischen Gerichten wie in Suppen und Salaten, zu Fisch und Fleisch – auch Vegetarier haben ihre reine Freude damit.

 

Koriander ersetzen – geht das?

 

Was kannst du aber tun, wenn beides – also Blätter und Saat – nicht zur Hand sind?

 

Dienen die Blätter hauptsächlich zur Dekoration, kannst du dir mit Blattpetersilie behelfen und ein Kräutermix aus Petersilie, Dill und Estragon dient ersatzweise zum Würzen des jeweiligen Gerichts.

 

Für die Saat gibt es leider nur einen ungefähren Geschmack-Ersatz in Form von Fenchelsamen oder Kreuzkümmel.

 

Noch mehr gute Gründe, Koriander zu essen!

 

Doch dieses Kraut kann nicht nur würzen, sondern auch heilen! Wer unter Schlaflosigkeit, Rheuma, Magen-Darm-Beschwerden und Appetitlosigkeit leidet, kann sich dieses pflanzliche Medikament zunutze machen.

 

Von seiner Heilkraft berichteten bereits die Sanskrit-Schriften und das Alte Testament. Und Koriander wurde im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) schon genutzt, lange bevor die Schulmedizin darauf aufmerksam wurde.